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Der Maghreb wird von Libyens volatilem Sicherheitsübergang nach der Ermordung von Saif al-Islam Gaddafi und Algeriens energischer Energiediplomatie geprägt, während Regionalmächte wie Marokko und Ägypten unabhängige außen- und wirtschaftspolitische Agenden verfolgen.
Februar 2026
Woche vom 23. Feb., im Vergleich zum 12-Wochen-Durchschnitt
Energie- und Infrastrukturprojekte treiben die staatlich gelenkte Wirtschaftstätigkeit an, doch Libyens Ölsektor erleidet Rückschläge. Algerien treibt große Gas- und Wasserprojekte voran, darunter die Transsahara-Pipeline und eine Entsalzungsanlage. Libyens Versuch, seinen Ölsektor durch eine Lizenzierungsrunde zu beleben, scheiterte, obwohl es Kraftstofflieferverträge an westliche Firmen vergab, um russische Importe zu reduzieren.
Außenpolitische Ausrichtungen brechen auseinander, wobei Marokko einen US-unterstützten Gaza-Plan befürwortet, während Algerien und Ägypten bilaterale Beziehungen betonen. Der Westsahara-Konflikt bleibt ein anhaltendes diplomatisches Thema mit fortlaufenden UN-vermittelten Gesprächen. Innenpolitisch sieht sich Tunesien mit politischer Repression konfrontiert, da die Rettungsfront Gefängnisstrafen für Ennahda-Führer ablehnt.
Die Sicherheitslage wird von der Ermordung von Saif al-Islam Gaddafi dominiert, die Libyens politische Landschaft destabilisiert hat. Als Reaktion führt Libyen gemeinsame Grenzoperationen mit dem Tschad durch und führt Gespräche mit dem ägyptischen Geheimdienst. Die USA halten eine Marinepräsenz im Mittelmeer aufrecht und haben einen Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Angriff auf Benghazi 2012 ausgeliefert.
Die öffentliche Unzufriedenheit über wirtschaftliche Not nimmt zu und äußert sich in Protesten im Westen Libyens gegen Preiserhöhungen. Die dominante Spannung besteht zwischen staatlicher Autorität und öffentlicher Unzufriedenheit, die durch klimabedingte Katastrophen wie tödliche Überschwemmungen in Marokko und eine Migrantenboot-Tragödie vor der libyschen Küste verschärft wird.