Japans Rolle in der Taiwan-Frage
Japans Position zu Taiwan steht nahe am Zentrum seines Verhältnisses zu China, da Taiwan am Rand von Japans eigener südwestlicher Inselkette liegt: Ein Konflikt in der Taiwanstraße würde sich in Reichweite japanischen Territoriums und japanischer Schifffahrtswege abspielen. Japanische Regierungsvertreter haben einen solchen Konflikt zeitweise als Frage bezeichnet, die die eigene Sicherheit Japans berührt, auch im Rahmen der Doktrin der kollektiven Selbstverteidigung, und japanische Marineschiffe sind durch die Taiwanstraße gefahren. China betrachtet Taiwan als innere Angelegenheit und wertet ausländische Äußerungen dazu als seine eigene Souveränität berührend; japanische Aussagen zu diesem Thema haben förmliche Proteste, Rücknahmeforderungen und diplomatische Spannungen bis hin zu Zwischenfällen an den jeweiligen Botschaften beider Länder ausgelöst. Der Streit unterscheidet sich von der breiteren Konfrontation um die Taiwanstraße zwischen China, Taiwan und den USA: Sein Schauplatz ist die bilaterale japanisch-chinesische Beziehung, ausgelöst durch und zentriert auf Japans eigene Äußerungen und Haltung.
Japanisches Sicherheitsinteresse132
Chinesischer Einmischungsvorwurf87
Schlagzeilen:219
Japans Verteidigungsausbau und die Beschränkungen des Nachkriegsmilitärs
Japans Nachkriegsverfassung verzichtet auf Gewaltanwendung zur Beilegung internationaler Streitigkeiten und beschränkte sein Militär über Jahrzehnte auf eine strikt defensive Ausrichtung. Seit den 2010er Jahren hat Japan seinen Verteidigungshaushalt erhöht, weitreichende Gegenschlag-Raketenfähigkeiten entwickelt, Beschränkungen bei Rüstungsexporten gelockert und eine förmliche Änderung von Artikel 9 debattiert -- Schritte, die Vertreter in Tokio als Reaktion auf ein verschärftes regionales Sicherheitsumfeld beschreiben, darunter chinesische Marine- und Luftaktivitäten nahe Japans südwestlichen Inseln. Chinesische Regierungsvertreter und Staatsmedien beschreiben dieselben Schritte als Abkehr von Japans pazifistischen Nachkriegsverpflichtungen und stellen sie in Bezug zu Japans Kriegsgeschichte. Die Debatte betrifft Japans Selbstverteidigungsstreitkräfte, den Verteidigungshaushaltsprozess sowie die Sicherheitsbeziehungen zu den USA und weiteren Partnern.
Abschreckungs-Antwort44
Militarismus-Vorwurf100
Schlagzeilen:144
Chinesische Wirtschafts- und Reisebeschränkungen gegenüber Japan
China liefert den überwiegenden Teil der weltweit verarbeiteten Seltenen Erden, ein Vorprodukt, von dem japanische Hersteller abhängig sind, und war historisch die größte Quelle einreisender Touristen für Japan. Beides ist zu einem Instrument der bilateralen Beziehung geworden: Chinesische Exportlizenzierung für Seltene Erden und verwandte Materialien nach Japan wurde an Punkten diplomatischer Spannung verschärft, chinesische Behörden erließen Reisewarnungen, denen Rückgänge bei den Touristenankünften aus China folgten, und Importe japanischer Meeresfrüchte wurden zeitweise beschränkt. Auch japanische Staatsbürger, darunter Unternehmensmitarbeiter, wurden von chinesischen Behörden festgenommen. Japan und verbündete Regierungen reagierten mit der Suche nach alternativen Rohstoffquellen, darunter Tiefseeabbau und Recycling, sowie gemeinsamen Bevorratungsvereinbarungen mit anderen Ländern.
Wirtschaftliche Nötigung95
Anspruch rechtmäßiger Regulierung44
Schlagzeilen:139
Senkaku/Diaoyu-Inseln und maritime Spannungen im Ostchinesischen Meer
Die Senkaku-Inseln, eine kleine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer, werden seit 1972 von Japan verwaltet und werden zugleich von China, das sie Diaoyu-Inseln nennt, sowie von Taiwan beansprucht. Schiffe der chinesischen Küstenwache fahren regelmäßig in die Anschlusszone und zeitweise in die Hoheitsgewässer um die Inseln ein; Japans Küstenwache verfolgt diese Schiffe und schreitet mitunter ein, um sie zu vertreiben. Der Streit erstreckt sich zudem auf das weitere Ostchinesische Meer, wo sich die Ansprüche beider Länder auf die ausschließliche Wirtschaftszone überschneiden und wo Forschungsschiffe, Fischereiaktivitäten und Gasfeld-Infrastruktur nahe der Mittellinie wiederholt Proteste Japans ausgelöst haben. Die Inseln liegen nahe den japanischen Inseln Yonaguni und Ishigaki, innerhalb der weiteren Geografie der Ersten Inselkette.
Japanische Verwaltung / Grauzonen-Druck35
Chinesischer Rechtsschutz-Anspruch20
Schlagzeilen:55
Kriegsgeschichte und historisches Gedenken
AktuellJapans Verhalten während der Besetzung von Teilen Chinas im Krieg, darunter das Massaker von Nanking 1937, der Einsatz von Zwangsarbeitern und die Zwangsrekrutierung von Frauen für Kriegsbordelle, bleibt zwischen den historischen Darstellungen beider Länder umstritten. Besuche oder rituelle Opfergaben japanischer Regierungsvertreter am Yasukuni-Schrein, der Japans Kriegstote einschließlich verurteilter Kriegsverbrecher ehrt, lösen regelmäßig förmliche Proteste Chinas aus. Verwandte Streitfragen umfassen die Leugnung oder Verharmlosung von Kriegsereignissen durch einzelne japanische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die Wiedereinführung von Dienstgradbezeichnungen aus der Kriegszeit, in China noch zu beseitigende zurückgelassene Chemiewaffen aus der Kriegszeit sowie Forderungen an Japan, während des Krieges entfernte Kulturgüter zurückzugeben. Diese Streitfragen treten unabhängig von den anderen Dimensionen des Themenfelds wiederholt auf und werden von chinesischen Regierungsvertretern und Staatsmedien an Punkten breiterer diplomatischer Spannung aufgegriffen.
Geschichte als Druckmittel5
Forderung nach historischer Verantwortung30
Schlagzeilen:35