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Armeniens außenpolitische Ausrichtung ist eine zentrale und umstrittene Frage der Politik des Landes. Armenien ist Mitglied der russisch geführten OVKS und der Eurasischen Wirtschaftsunion und war in Sicherheit und Handel von Russland abhängig. Seine Niederlagen in den Kriegen um Bergkarabach eröffneten eine Debatte über diese Arrangements und über engere Beziehungen zur Europäischen Union, einschließlich Handelsmaßnahmen, einer Assoziierungs- und Beitrittsdebatte und hochrangiger europäischer Kontakte. Die armenische Politik teilt sich zwischen Kräften, die eine Ausrichtung auf Russland und die russisch geführten Bündnisse befürworten, und solchen, die eine Integration in die EU befürworten; nationale Wahlen wurden entlang dieser Achse ausgetragen. Russland hat Wirtschaftsmaßnahmen ergriffen, die armenische Ausfuhren betreffen, und öffentlich erklärt, eine Wende zur EU habe wirtschaftliche Folgen. Der Streit betrifft zugleich Sicherheitsgarantien, Handelsabhängigkeit, Energie und den innenpolitischen Wettbewerb.
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Die westlich/proeuropäische Deutung feiert Armeniens Schwenk als hart erkämpfte demokratische Entscheidung: ein souveräner Staat, der einer gescheiterten russischen Sicherheitsgarantie entkommt, gegen Moskaus Druck Wahlen gewinnt und über EU-Handel, Beitrittsgespräche und den EPG-Gipfel eine europäische Zukunft ansteuert.
Die russische Staatsdeutung sieht den Schwenk als feindliche Westoperation: durch Einmischung des "kollektiven Westens" verfälschte Wahlen, Paschinjan als westliche Marionette und Bündnisverräter, Armenien auf dem Weg in ein "Ukraine-Szenario" und den wirtschaftlichen Ruin, sobald es die Vorteile von EAWU und OVKS verspielt.
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