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Der Sangesur-Korridor ist eine geplante Verkehrsverbindung, die durch Armeniens südliche Provinz Sjunik verlaufen würde, um das Kernland Aserbaidschans mit seiner Exklave Nachitschewan zu verbinden und, sofern verlängert, die Türkei mit dem Kaspischen Meer und Zentralasien. Vorschläge umfassten eine als "Trump-Route" oder TRIPP bezeichnete Regelung mit einer US-amerikanischen Betreiberrolle. Die Route ist aus mehreren Gründen umstritten: ob und wie Armenien Souveränität und Kontrolle über den Abschnitt auf seinem Gebiet behält; Irans Ablehnung einer Regelung, die seine Landgrenze zu Armenien durchtrennen würde; Russlands Rolle bei der Überwachung oder Absicherung des Transits; und der Abwägung zwischen dem wirtschaftlichen Nutzen der Konnektivität und den Sicherheitsbedenken der betroffenen Staaten. Als physische Verbindung zwischen dem Friedensprozess und dem regionalen Handel bündelt der Korridor die Interessen Armeniens, Aserbaidschans, der Türkei, des Irans, Russlands und der Vereinigten Staaten in einer einzigen Route.
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Die westliche, türkische und aserbaidschanische Deutung präsentiert die Sangesur-Route -- neu benannt als US-gestützte "Trump-Route"/TRIPP -- als transformatives Konnektivitätsprojekt, das Ost-West-Handel, Arbeitsplätze und eine Friedensdividende für die ganze Region erschließt.
Eine iranische und russische Deutung warnt, der Korridor sei eine strategische Bedrohung: eine extraterritoriale Route mitten durch armenisches Hoheitsgebiet, die Irans Landgrenze zu Armenien durchtrenne und US-/NATO-Einfluss einschleuse -- eine rote Linie, die zu blockieren sei, kein Friedensprojekt.