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Das Bündnis leistet zweierlei zugleich. Als militärisches Instrument trägt es das Abschreckungsdispositiv gegenüber dem Norden: eine dauerhafte US-Truppenpräsenz, ein kombiniertes Oberkommando, einen jährlichen Übungszyklus, den Pjöngjang mit Raketenstarts beantwortet, und Zusagen zur erweiterten Abschreckung, die über die Nukleare Konsultativgruppe bekräftigt werden. Als Beziehung wird es neu verhandelt. Seoul arbeitet auf die bedingungsgebundene Übertragung der Operationskontrolle im Kriegsfall hin, drängt auf eigene atomgetriebene U-Boote und stellt eine eigenständigere Verteidigung als Ergänzung und nicht als Ersatz für das Bündnis dar; die Teilung der Verteidigungskosten und Reibungen zwischen beiden Hauptstädten kehren wieder. Die Berichterstattung über den ersten Strang ist in westlichen, südkoreanischen und japanischen Medien weitgehend zustimmend. Die über den zweiten ist kritisch aus derselben Koalition heraus, weshalb beide hier getrennt und nicht über die Medienzugehörigkeit erschlossen werden. Chinesische Staatsmedien fahren eine dritte Linie: Washington behandle Südkorea als Instrument zur Eindämmung Chinas. Die russische und chinesische Berichterstattung über die Übungen selbst ist ansonsten neutral.
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Die Abschreckungsrahmung (offizielle und Mainstream-Berichterstattung aus den USA und Südkorea sowie verteidigungsanalytische Fachmedien) hält die gemeinsame Streitkräfteaufstellung -- die Übungen Freedom Shield und Ulchi, die US-Streitkräfte in Korea, die erweiterte Abschreckung und die Nukleare Konsultativgruppe -- für das, was einen atomar bewaffneten Norden abschreckt und Seoul und Tokio rückversichert. Bekräftigungen der US-Zusage, Übungsbereitschaft und die Modernisierung des Bündnisses gelten als stabilisierend.
Die Eigenständigkeitsrahmung (südkoreanische und westliche Berichterstattung über dasselbe Bündnis) behandelt das Verhältnis als neu verhandelbar statt als feststehend: die Übertragung der Operationskontrolle im Kriegsfall, Seouls Streben nach einer "eigenständigen" Verteidigung und nach eigenen atomgetriebenen U-Booten, die Teilung der Verteidigungskosten, Äußerungen von US-Kommandeuren, die in Seoul schlecht ankommen, und Fragen zu den Bündnisbedingungen im südkoreanischen Wahlkampf. Es ist keine Ablehnung des Bündnisses, sondern Druck auf die Verteilung der Kontrolle darin.
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